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1. Dezember 2014

Istanbul – Paradies für Straßenkatzen

In Istanbul leben nach Schätzungen über hunderttausend Straßenkatzen. Sie thronen wie ägyptische Statuen vor Ladeneingängen, sitzen auf Fenstersimsen, Autodächern und vor Moscheen. Sie sind keineswegs abgemagert und verwahrlost wie ihre Artgenossen in anderen Ländern. Die Istanbuler kümmern sich um die Straßenkatzen, als wären es ihre Haustiere. Die Samptpfoten sind die wahren Herrscher am Bosporus.“Als eine Katze auf dem Schoß unseres Propheten Mohammed eingeschlafen war, hat er seinen Rock entzweigeschnitten, um sie nicht aufzuwecken. Einmal hat ihn eine Katze sogar vor einem Schlangenbiss bewahrt. Unsere Liebe zu Katzen ist dem Islam eigen”, sagt Günay, als ich sie frage, was es mit der Katzenliebe der Istanbuler auf sich hat. Vor fast jedem Ladeneingang thront eine Katze. “Ich habe meiner Straßenkatze vor dem Laden sogar einen roten Teppich ausgerollt”, lacht die Juwelierin. “Wir Ladenbesitzer haben alle unsere Stammkatzen. Meine kommt seit zwei Jahren am Morgen, wenn ich das Geschäft aufschließe und geht am Abend, wenn ich abschließe. Wo sie die Nacht verbringt, weiß ich allerdings nicht”.Als ich morgens ziellos durch die verwinkelten Gassen von Beyoğlu wandere, sehe ich ganze Katzenscharen vor den Häusern sitzen. Sie warten darauf, dass sich die Türen öffnen und einer der Bewohner die leeren Näpfe mit Milch oder Trockenfutter füllt. Eine Frau im Nachthemd öffnet die Tür eines Hauses, vor dem kein Napf steht und auch keine Katze wartet. Sie streut Trockenfutter vor den Eingang. Sie wird dabei von einer Katze auf der gegenüberliegenden Seite beobachtet. Kaum hat sich die Tür geschlossen, kommt die getigerte Katze herüber und macht sich über das Trockenfutter her. Von meiner Kamera lässt sie sich nicht stören.

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